GmbH-Liquidation

Als Liquidation wird der Auflösungsvorgang einer GmbH bezeichnet und unterliegt gesetzlich festgelegten Vorschriften. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften wird durch das Registergericht überprüft. Die Auflösung einer GmbH stellt keinen festgelegten Zeitpunkt dar, sondern erfolgt in drei klar geregelten Verfahrensschritten, die das Ziel haben, die GmbH aus dem Handelsregister und somit als juristische Person zu löschen:


– die Auflösung der GmbH,
– die Abwicklung der Liquidation,
– die Löschung der Gesellschaft.


a)
Wie kommt es zur Auflösung der GmbH?

Eine GmbH wird in den meisten Fällen auf unbestimmte Zeit gegründet. Sofern die GmbH aufgelöst und deren aktive Tätigkeit eingestellt werden soll, ist ein Auflösungsbeschluss der Gesellschafter der GmbH erforderlich. Allerdings müssen dreiviertel aller abgegebenen Stimmen einer Auflösung der GmbH zustimmen. Neben dem Auflösungsbeschluss durch die Gesellschafter (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG) kann es zu einer Auflösung der GmbH kommen, wenn


– die Dauer der GmbH im Gesellschaftsvertrag bestimmt wurde (§ 60 Abs. 1 Nr. 1 GmbHG), dabei gilt der Ablauf der festgelegten Dauer als Auflösungsgrund;


– die GmbH aufgrund eines Gerichtsurteils (§ 61 GmbHG) oder der Entscheidung eines Verwaltungsgerichts bzw. einer
Verwaltungsbehörde (§ 62 GmbHG) aufgelöst wird;


– die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfolgt. Wird das Insolvenzverfahren aufgrund des Schuldnerantrags eingestellt oder sieht ein bestätigter Insolvenzplan den Fortbestand der GmbH vor und das Insolvenzverfahren wird aufgehoben, können die Gesellschafter die Fortsetzung der GmbH beschließen;


– die Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch einen rechtskräftigen Beschluss mangels Masse abgelehnt wurde;


– ein Mangel des Gesellschaftsvertrages durch ein Registergericht festgestellt und eine rechtskräftige Verfügung gemäß § 399 FamFG erlassen wurde;


– die Löschung der GmbH wegen Vermögenslosigkeit gemäß § 394 FamFG veranlasst wurde.


Im Gesellschaftsvertrag können weitere Gründe für eine GmbH-Liquidation genannt werden. So kann die Verlegung des
Firmensitzes ins Ausland ebenfalls für eine Auflösung der GmbH sprechen.

Der Auflösungsbeschluss durch die Gesellschafter der GmbH bedarf weder einer besonderen Form, noch müssen Gründe oder Rechtfertigungen für die Auflösung der GmbH aufgeführt werden. Es muss jedoch deutlich der Wille zur Auflösung der GmbH zum Ausdruck gebracht werden. Wird in dem Gesellschafterbeschluss kein bestimmter Termin für die Auflösung der GmbH genannt, wird die Auflösung sofort wirksam. Eine rückwirkender Auflösungstermin ist nicht möglich.

Die Auflösung der GmbH führt nicht umgehend zur Beendigung der Geschäftstätigkeit, sondern überführt die GmbH aus der aktiven, werbenden Phase in die Abwicklungsphase. Diese Phase muss für Außenstehende deutlich erkennbar sein, daher ist es notwendig, dem Firmennamen die Bezeichnung in Liquidation (i.L.) oder in Abwicklung (i.Abw.) hinzuzufügen.


b) Wie sieht die Abwicklung der GmbH-Liquidation aus?

Die Abwicklung der Liquidation bezeichnet die tatsächliche Durchführung des Auflösungsverfahrens und wird von Liquidatoren übernommen. In vielen Fällen übernehmen die Geschäftsführer die Liquidatoraufgaben,
Liquidatoren können aber auch durch das Gericht bestimmt werden. Im Wesentlichen haben Liquidatoren folgende Aufgaben:


– die GmbH während der Liquidation nach außen zu repräsentieren (§§ 70-73 GmbHG);
– die Eröffnungsbilanz für die Liquidation zu erstellen;
– die GmbH-Auflösung beim Handelsregister anzumelden;
– alle laufenden Geschäfte der GmbH einzustellen (Beendigung von Vertragsverhältnissen, Verwertung von Gegenständen,
Begleichung von Verbindlichkeiten etc.);
– Gläubigeraufruf und Bekanntmachung der GmbH-Auflösung im Bundesanzeiger;
– die GmbH-Löschung aus dem Handelsregister zu veranlassen.


Sofern der Liquidator während der Liquidation feststellt, dass das GmbH-Vermögen nicht ausreicht, um sämtliche Gläubiger zufrieden zu stellen, muss er innerhalb einer Frist von drei Wochen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen (§ 11 Abs. 3, § 15a Abs. 1 InsO).


c)
Wann wird die GmbH gelöscht?

Um die GmbH im Handelsregister löschen zu können, muss das sogenannte Sperrjahr (§ 73 GmbHG) abgelaufen sein. Es müssen alle laufenden Geschäfte der GmbH beendet, sämtliche Verbindlichkeiten getilgt und Forderungen gegenüber Dritte eingezogen sein, um das verbleibende Vermögen der GmbH an die Gesellschafter auszahlen zu können. Mit dem Löschungseintrag der GmbH ins Handelsregister ist die Liquidation abschlossen. Auch nach Abschluss der Liquidation besteht weiterhin die Pflicht, die Bücher und den Schriftverkehr der liquidierten GmbH zehn Jahre aufzubewahren. Die Aufbewahrungspflicht wird entweder von einem Gesellschafter der GmbH oder einer dritten Person übernommen.


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